Kirchenbezirk Bad Dürkheim
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Ein Freitag im März

Ein Freitag im März

ist ein Fenster zur Welt
ein Tag voller Phantasie und Liebe
ein ökumenisches Datum
ein Lichtblick in einer Männerkirche
eine Überraschung für viele
ein Schritt auf ein gemeinsames Ziel
ein Stein des Anstoßes

Jedes Jahr am 1. Freitag im März laden weltweit Frauen aus allen Konfessionen ein zum Weltgebetstag. Jedes Jahr steht er unter einem anderen Thema, das von Frauen aus dem jeweiligen Land vorbereitet wird. Auch Männer sind zum Gottesdienst herzlich eingeladen.  

Die Entstehung des Weltgebetstages

Die Bewegung des Weltgebetstages hat ihre Ursprünge in den USA. Anfang des 19. Jahrhunderts entstehen in Boston, dann auch in anderen Orten Frauenmissionskreise. Dort kommen Frauen verschiedener Konfession zusammen, um für die Mission zu beten. Drei Dinge sind an diesen ersten Treffen bemerkenswert: Zum einen sind diese Frauen ihrer Zeit weit voraus, weil sie über den eigenen Horizont hinausblicken, hin zu anderen Menschen in fernen Ländern. Zum anderen ist diese Bewegung von Anfang an ökumenisch ausgerichtet. Und drittens kommt diese Bewegung von unten, von der Basis – nicht durch einen Einlass von Seiten der Amtskirche.Von den USA aus verbreitet sich die Idee eines weltweiten Gebetstages dann in alle Welt. Zum eigentlichen Geburtsjahr des Weltgebetstags der Frauen wird das Jahr 1927. Geleitet von der Vision einer Weltgemeinschaft christlicher Frauen, in der Frauen aller Länder partnerschaftlich zusammenarbeiten, rufen die amerikanischen Frauen zu einem weltweiten Gebetstag auf. Die Resonanz ist überwältigend, und so wird am 4. März 1927 der erste Weltgebetstag feierlich begangen.

Das ursprüngliche Anliegen, für die Mission zu beten, wird bald aufgegeben zugunsten eines weltumspannenden Gebets, das die Menschen in den einzelnen Ländern als gleichberechtigte Glaubensgeschwister ernst nimmt.1929 feiern bereits Frauen in 30 Ländern den Tag. Darunter sind neun Länder in Europa. Nach dem 2. Weltkrieg ist in vielen Ländern ein Neu- oder Wiederbeginn des Weltgebetstags zu verzeichnen. 1948 wird der Weltgebetstag in 81 Ländern gefeiert.

Antonie Nopitsch aus Stein bei Nürnberg ist es zu verdanken, dass der Weltgebetstag ab 1949 überall in Deutschland eingeführt und gefeiert wird. Als Vorsitzende des Bayerischen Mütterdienstes erreicht sie viele Frauen, die als Multiplikatorinnen die Idee des Weltgebetstages in ihre Bezirke und Gemeinden weitertragen.

1968 erfolgt in Vallingby/Schweden die Gründung des Internationalen Weltgebetstagskomitees. Von nun an bestimmen die Nationalkomitees aus aller Welt bei den alle vier Jahre stattfindenden Weltkonferenzen die Richtlinien der Arbeit und wählen Themen und Herkunftsländer für künftige Gottesdienstordnungen aus. Ab 1969 wird der 1. Freitag im März festes Datum.

Heute ist der Weltgebetstag als größte ökumenische Initiative aus dem Leben der Gemeinden nicht mehr wegzudenken. Dabei geht es um mehr als „nur“ einen Gottesdienst im Jahr. Weltgebetstag ist eine Bewegung, die Menschen überall auf der Welt miteinander verbindet. „Voneinander lernen – miteinander beten – gemeinsam handeln“: das ist Ziel und Auftrag zugleich.

Ute Bögel/Dr. Johannes Blohm

 

Informationen zum Titelbild des Weltgebetstags 2010


In ihren Bildern hält die Künstlerin Reine Claire Nkombo auf vielfältige Weise vor allem den Alltag von Frauen fest: beim Wasserholen, auf dem Markt, unterwegs zu Gärten und Feldern, zu Hause, mit ihren Kindern, beim Waschen am Fluss… Würde und Ruhe strahlen die Frauen auf ihren Gemälden aus – hohe Wertschätzung spricht aus diesen Bildern für das, was Frauen alltäglich schaffen. Hier begegnen sich die Schöpferin des Titelbildes und die Frauen, die die Gottesdienstordnung aus Kamerun geschrieben haben und verstehen einander unmittelbar, denn die kamerunischen WGTFrauen ermutigen uns mit ihrem eigenen Zeugnis, Gott genau in unseren vielfältigen – auch schwierigen – Alltagssituationen zu loben.

Denn dies sind die Orte, wo wir auch immer wieder neu die Präsenz Gottes erfahren und das grundsätzliche göttliche Geschenk unseres Lebens überhaupt.Die Künstlerin Reine Claire Nkombo spricht in ihrem Bild „Lob dem Ewigen“ die Lebenssituationen von Frauen in Kamerun an und verbindet diese Darstellung mit einer Fülle verschiedener Ausdrucksformen, Gott zu loben.

Gott ist im Alltagsleben und in der Geschichte der Menschen tatsächlich und erfahrbar präsent, dafür stehen die Symbole von Licht, Kreuz, Bibel und Taube. Die gefalteten Hände, die sich mit dem Kreuz verbinden, symbolisieren unsere Einheit im Gebet – einem Gebet der Anbetung, der Dankbarkeit und der Demut – einem Gebet, das dem ewigen Gott, unserem Schöpfer gewidmet ist.

Das Bild lädt uns ein, die verschiedenen Regionen Kameruns aufzusuchen und mit den Augen der Frauen auf ihr Leben zu schauen: Wir sehen sie beim Wasserholen, beim Kochen und mit ihren Kindern. Wir sehen sie singen, trommeln, tanzen und beten – in sich gekehrt oder gemeinsam mit anderen.

Und auch die Schöpfung lobt Gott: Tiere und Bäume, Wasser, Himmel und Erde tun es auf ihre je eigene Weise. Fülle, Schönheit, Reichtum der Farben und Formen zeigen sich in diesem Bild, das selbst zu atmen und zu singen scheint.

Die Künstlerin ist vor zehn Jahren aus dem Kongo nach Kamerun geflüchtet und lebt seitdem mit ihrer Familie in der Hauptstadt Yaoundé. Ihr Mann, ebenfalls Künstler, hat die Autodidaktin zum Malen inspiriert. Doch inzwischen hat Reine Claire Nkombo längst einen eigenen, unverwechselbaren Stil entwickelt. Ein anderer, in Zentralafrika bekannter Maler, Rémy Mongo-Etsion, nennt sie „die seltene Malerin, die die Großzügigkeit des Körpers ohne Maske wiedergibt“.

Die Kultur Kameruns ist reich und vielfältig, doch zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler haben nur wenige Möglichkeiten, da der Staat sich weitgehend aus der Kulturförderung zurückgezogen hat und Touristen eher an traditionellem Kunsthandwerk als an Gegenwartskunst interessiert sind. Trotzdem gibt es vor allem in Yaoundé und Douala eine wachsende junge Kunstszene, zu der erfreulicherweise auch Frauen gehören.

Durch die internationale Kulturförderung werden die Künstlerinnen und Künstler zunehmend außerhalb ihrer Heimat bekannt. Zu den Förderzentren, die sie aufgebaut haben, gehört der Kunstverein Doual’Art. Die Künstlerinnen und Künstler leben vom Austausch untereinander und von der gegenseitigen Inspiration. Heute behaupten sich Kunstschaffende aus Afrika wie Reine Claire Nkombo im internationalen Kunstgeschehen mit ihren Werken und ihrer eigenständigen künstlerischen Sprache. Seit 1997 werden die Werke von Reine Claire Nkombo in Gruppen- und Einzelausstellungen in Kamerun und anderen afrikanischen Ländern gezeigt. Für die engagierte Christin, Diakonin einer Gemeinde der französischsprachigen Presbyterianischen Kirche Kameruns, war es eine Freude und eine Ehre, das Titelbild für den Weltgebetstag 2010 zu malen. Das Deutsche Weltgebetstagskomitee wiederum freut sich, auf diesem Weg einer Künstlerin aus Kamerun ein Forum zu bieten. 

Quelle: „Ideen und Informationen“ – Arbeitsbuch zum Weltgebetstag